· 

Inkarnation und Ich-Erleben

Das Licht in uns

Die menschliche Geburt auf der Erde kann man sich vorstellen als einen gleichzeitigen Vorgang des Sterbens in der Geistigen Welt. Als wir zuvor auf der Erde gestorben sind, haben wir das mitgenommen, was wir uns durch unser Ich in Verbindung mit dem All-Sein erarbeitet haben. Diese Seelen-Geist-Essenz wird dann auf dem Weg durch die Sternenwelt und durch die höheren Himmelssphären ebenfalls weiterentwickelt – nach kosmischen Gegebenheiten. Bestimmte Erinnerungen, die wir nicht aufzuarbeiten vermochten, wie z.B. bestimmte irdische Vorlieben oder schicksalhafte Anbindungen im zurückgelassenen Leben, laden wir in bestimmten erdnahen Sphären ab und nehmen sie dann auf dem Rückweg von den höchsten heiligen Hallen, hin zur nächsten Geburt wieder auf.

 

Dieses Geist-Seelische, das ich hier als Sternenpäckchen bezeichnen möchte, füllt uns zunächst ganz aus, wenn wir, mit Hilfe von bestimmten Wesenheiten, unsere nächsten leiblichen Eltern ausgesucht haben. Die Übereinstimmung zwischen diesem Sternenpäckchen und den irdischen Leibern unserer zukünftigen Eltern ist niemals hundertprozentig. Hieraus resultieren „manche Widrigkeiten“, denen wir uns im Verlauf unserer irdischen Entwicklung zu stellen haben. Diese Widrigkeiten stehen nun aber wiederum umso mehr und im Besonderen mit unserem Sternenpäckchen in Verbindung.

Dieses Päckchen nämlich, dieses Seelisch-Geistige aus unseren vorherigen Leben, in dem unser vergangenes Ich aber auch bereits unser zukünftiges Ich gesehen werden kann, verteilt sich, während wir noch im embryonalen Zustand am Ätherleib unserer Mutter gebunden sind, zunächst in unsere sich ausbildenden Gliedmaßen. Der Kopf ist gewissermaßen davon ausgeschlossen. Er dient als Stütze während dieses Prozesses und gleichzeitig auch als übersinnliche Barriere damit uns, um es ein wenig salopp auszudrücken, dieses wertvolle Sternenpäckchen nicht verloren geht in dieser ersten geistigen sehr sensiblen Entwicklungsphase. Wenn man die embryonale Ausformung des Menschen beobachtet, geht alle physisch stoffliche Entwicklung im Grunde vom Kopf aus, der sich als erstes ausgebildet hat. In im entwickelt sich eines Tages zur Gänze das vollkommenste Instrument überhaupt in unserer physisch stofflichen Organisation, das wir für unsere geistigen Verwandlungen auf Erden benötigen: unser Gehirn.

 

Als Hinweis sei noch folgendes Wichtiges gesagt: Unser physischer Leib ist der älteste Leib in unserer kosmisch urzeitlichen Entwicklung. Somit ist er auch ein übersinnlicher Leib, der lediglich durch das Zusammenwirken physischer Kräfte existiert - ganz am Anfang (auf dem alten Saturn) durch Wärme, dann Wasser usw. - und sich erst auf der Erde das mineralisch Stoffliche eingegliedert hat. Der physisch stoffliche menschliche Leib ist somit das perfekteste weil das am ältesten ausgebildete aller Wesensglieder. Das erklärt auch die große Verführung, alles - auch unsere urzeitliche Entwicklung, auch seelische, ja sogar spirituelle Vorgänge - über dieses physisch Stoffliche erklären zu wollen, was aber nur einen Bruch-Teil unserer vor seelisch-geistigen Wesenheit ausmacht. Eine der größten und fatalsten Annahmen in den  materialistischen Wissenschaften ist daher diejenige, dass das Gehirn der Ursprung des Geistes ist. Aus geistiger Schau und wie ich es gerade beschrieben habe, ist es genau anders herum.

 

Neben der physisch stofflichen Ausbildung im vorgeburtlichen Stadium nun, formt sich gleichzeitig auch unser ätherisches Herz, welches das Geistig-Seelische, was sich aus unserem Sternenpäckchen in den Gliedmaßen eingewirkt hat, in einer konzentrierten astralen, also seelenhaften Form, aufnimmt. Bevor also unser Herz physisch stofflich ausgebildet wird, ist es übersinnlich – also als Lebens- und Seelenherz - bereits vorhanden.

Wir sind da immer noch mit dem Ätherleib unserer Mutter verbunden. Im Ätherleib wird all das durch das Ich eingeschrieben, was im Seelischen nicht vergeistigt werden konnte. In der modernen Esoterik sprechen wir beim Prozess des Vergeistigen auch von „Sich-Auflösen“, in der fortschrittlichen Psychologie von „Integrieren“.

Durch diesen schicksalhaften Prozess des übersinnlichen Angebundenseins an unsere leibliche Mutter erklärt sich in gewisser geistiger Weise auch das aus der Trauma-Tiefenpsychologie bekannte Phänomen des mehrgenerationalen Traumas. Das Erleben dieser Traumata durch unsere  Mutter, wie auch alle damit verbundenen gegenwärtigen Begebenheiten während der Schwangerschaft, nehmen wir somit bereits über unser ätherisch-astralisches Herz auf. Unser Ätherleib, wie auch unser Seelenleib, bilden sich jeweils erst im Verlauf der ersten zwei Jahrsiebte des Kind-Seins vollständig aus und gliedern konsequenterweise die Essenz des übersinnlichen Herzens in sich mit ein.

 

Aus diesen ersten schicksalhaften Lebensumständen heraus resultieren weitere Erlebnisse, die wir in unsere zukünftige Entwicklung mit aufnehmen. Gleichzeitig aber wirkt bereits das geistige Ich aus unserem ausgewickelten Sternenpäckchen, dass sich in seiner zunächst unbewussten irdischen Präsenz als allererstes in unserem Willen ausdrückt. Wir wissen nichts mehr aus unseren vergangenen Vorleben. Doch die geistig-seelische Essenz daraus beginnt sich ab sofort dann im individuellen Ausdruck des noch ganz unbewussten Ich mehr und mehr sichtbar auszuleben. Wenn wir Babys beobachten, können wir bereits sehr eindrücklich die jeweilige Individualität des seelisch geistigen Ich für uns ausmachen und den Ausdruck daraus am offensichtlichsten im Außen über die Willenshandlungen erkennen. In einem ersten sehr beeindruckenden Willensereignis, nämlich jenes – sich aufzurichten um schließlich auf zwei Beinen laufen zu können, erahnen wir bereits die individuelle und mehr und mehr erwachende und sich weiter entwickelnde Menschenkind-Seele. In ihr ist das eigene Ich erkennbar auch wenn es sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst reflektieren kann. Erst ab etwa dem dritten Lebensjahr an, erleben wir uns hineingestellt in die irdische Welt, erleben wir uns als Ich. Das ist das zweite sehr mächtige Ereignis in einem Menschenleben, das manche geistig Eingeweihte sogar nachzuerzählen wussten, so eindringlich ist es.

 

So hat also nun der Weg begonnen, auf dem sich nach und nach der geistig-seelische Inhalt unseres einst im Mutterleib angekommenen Sternenpäckchens im neuen Erdenleben zu entfalten sucht. Zunächst, was das Denken angeht, eher oft noch unscheinbar. Es ist häufig mehr auch ein unbewusstes Erleben, in dem wir über unsere Seele über nahezu alle Sinne sehr wohl bemerken können, wie wir mit dem kosmischen All-Sein verbunden sind – über die Verbindung mit anderen Menschen, mit Tieren und Pflanzen, überhaupt mit der Natur und ihren Elementen, später, wenn die Bewusstseins-Seele lebendig ist, auch mit abstrakten Begriffen wie „Gut“ und „Böse“ oder „Gott“ die von außen in uns eindringen. Sogar geistige Erscheinungen sind gerade im früh-kindlichen Dasein somit durchaus keine Seltenheit. Dem wirkt auch das Nachstrahlen unseres ätherisch-seelischen Herzens entgegen, das ja schon bei früher Ankunft auf der Erde ganz lebendig gewesen ist und auch später noch im Erwachsen-Sein, dann mit allem Irdischen verbunden, als kosmisch übersinnlicher Kontakt sehr präsent ist.

 

Wir mögen zwar damals im vorgeburtlichen Stadium das unverarbeitete Ätherische aus dem uns umgebenden Mutter-Leib aufgenommen haben. Gleichzeitig haben wir aber auch da die tiefste und innigste Verbindung zum Kosmischen hergestellt, die wir vielleicht im Verlauf des jeweiligen Schicksalhaften über den ausgebildeten Verstand ausgeblendet haben mögen, die aber niemals unterbrochen werden kann. Allerhöchstens nur dann wenn wir uns, durch widrige Umstände bedingt, bewusst dazu entscheiden. Dann wenn wir dem Guten, dem Göttlichen aus unserem tiefsten seelischen Bewusstsein heraus entsagen. Das ist aber höchst selten, denn die Zeit, in der das möglich ist, ist noch nicht wirklich angebrochen. Somit können wir selbst aus dem schwersten Trauma heraus – vorsichtig ausgedrückt –  stets dem Heilenden und Lichten entgegenstreben.

 

Hier ist das ewig Geistige erkennbar, das bereits einerseits im Kosmisch-Irdischen wirkt und das wir andererseits für die Entwicklung des eigenen Ich, der Menschheit und des Planeten auf dem wir leben zu neuer schöpferischer Lebendigkeit zu bringen haben.

Der Wille, der zunächst ganz unbewusst und in Reflexion zur Umwelt zum Ausdruck kommt, entfaltet sich mehr und mehr aus dem seelischen Eigen-Erleben heraus und wird schließlich im ausgebildeten Ich in seiner geistigen Form schließlich kosmisch wirksam. Hierzu brauchen wir auch die jüngsten Lebens-Ereignisse, die wir im Verlauf auf der Erde in uns aufgenommen haben. Denn in ihnen spiegelt sich eben jenes geistig-seelische Päckchen wider, das wir damals aus der Sternenwelt mit in dieses Leben hereingenommen haben. Das, was nicht ins Bewusstsein des Geistigen hinein genommen werden kann, bleibt, sofern es im kosmischen Licht des Göttlichen - also im tiefen guten stimmigen Eigen-Erleben - geschah, in den höheren lichten Ebenen unserer Seele erhalten.

Das ist dann der Teil der Seele, der beim Sterben in der irdischen Welt und somit während der Wieder-Geburt in die höheren geistigen Welten hinein, in das Ewige des Ich mit aufgenommen wird, während sich alle übrigen Wesensglieder, die in der geistigen Welt keinen Bestand haben, nach und nach auflösen.

 

Das Ewige im Ich jedoch ist dasjenige, das wir aus dem Eigen-Erleben heraus vergeistigt haben, das sozusagen in uns bereits zu Erdenlebens-Zeiten als Geistiges lebendig geworden ist und in das sich die Essenz all unserer vorangegangenen Leben mit integriert. Es ist dies die pure lichte Kraft der durch uns selbst erschaffenen vollkommenen Schöpfer-Liebe. Diese Liebe kann niemals allein aus irdisch moralischer und seelisch durchdachter Instanz heraus entstehen. Sie wird gewissermaßen aus sich selbst heraus geboren, durch unsere geistigen Handlungen aus dem reinen Denken und der göttlichen Vernunft wirkend in denen sich das vollkommene geistige Ich auszudrücken vermag. Der Quell dieser allweltlichen Liebe ist die wahre und ungeschönte Erkenntnis zu sich selbst, in dem sich automatisch dann auch das Makrokosmische, der Weltenkosmos mit seinem puren geistigen Leben, zu erkennen gibt.

 

Der Wille, der uns zu Beginn unseres Lebens aufzurichten vermochte, offenbart sich nun im Erkennen des einst noch unbewussten Ich und somit auch in Erkenntnis des Lebens an sich, in das dieses Ich hineingestellt worden ist, und das letztlich Ausdruck findet im lebendigen Handeln aus der Bedingungslosigkeit heraus. Indem wir durch unser seelisches Ich-Erleben – durch Antipathie und Sympathie –  nach-erleben können, was sich in unserem Leben mit uns selbst und anderen Menschen ereignet hat, vergeistigen wir es und kommen so in das wahrhaftige Ich-Erleben. Ab diesem Moment speichern wir nicht mehr ab im Ätherleib. Ab dann entwickeln wir uns auf geistiger Ebene weiter, verbinden das Irdische gleichsam mit dem Kosmischen. Wir erschaffen zwar erst dann mit Hilfe des geistig durchwirkten Ich diejenigen geistigen Organe, über die wir auch in all unsere vorhergehenden Leben blicken können aber wir nehmen gewissermaßen diesen heiligen Zustand bereits voraus: In unserem reinen Denken, in unserem Fühlen in allumfassender Seeligkeit und, ja, Menschlichkeit  jenseits von Antipathie und Sympathie und in unserem daraus resultierenden bedingungslosen Handeln. Es ist dies das Wirken von Manas, dem Geistigen Selbst. Wir schnüren also im Verlauf unseres Erdenlebens  ein stets neues Seelen-Geist-Päckchen für die nächste bevorstehende Reise durch die Sternenwelt.

 

Der irdische Weg hin zum Ich-Erleben in der Mitte allen Seins ist gewissermaßen auch symbolisiert im Adventsweg. Wir entzünden zunächst das erste Licht. Das steht für das Licht, das wir mitgebracht haben aus der Sternenwelt. Mit dem zweiten und jedem weiteren Licht, erkennen wir mehr und mehr unser irdisches und zugleich geistiges Selbst im winterlichen Dunkel des gegenwärtigen irdischen Seelen-Weges. Bis wir schließlich im großen Glanz des Göttlichen, das für unser vollends Erwachtes Ich steht – der wiedergeborene Christus – , das Irdische mit dem Kosmischen verbinden können. Dann, wenn wir erkennend erleben können, dass der irdische Tod nur einen relativ kleinen Teil eines nie enden wollenden kosmischen Lebensweges ausmacht, auf dem unser irdisches Dasein den gegenwärtig wohl wichtigsten Aspekt in der menschlichen Entwicklung darstellt.

 

Das wahre Licht von Weihnachten beginnt heute somit stets in uns selbst und endet mit unserem von uns erleuchteten Selbst. Es ist in uns das Alpha und das Omega. Es leuchtet uns den Weg zum kosmischen Thron, den wir in sehr ferner Zukunft einmal besteigen werden. Als göttliche Wesenheiten, die wir dann sind – als Geister der Freiheit.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Aktuelle Termine


NÄCHSTE AUFSTELLUNG

Termine folgen

NÄCHSTER OFFENER ABEND

Termine folgen

NÄCHSTER WORKSHOP:

Termine folgen

Veranstaltungen aktuell

Termine folgen