Der Wolf in uns

Wenn wir von den Rauhnächten sprechen, können auch die Tiere nicht unerwähnt bleiben.

In der christlich spirituellen Mystik werden die Zwölf Heiligen Nächte als Erkenntnisweg des Menschen dargestellt. Auf ihm durchwandert er innerhalb dieser Tage einmal den gesamten Tierkreis, der der Sphäre der Ersten Hierarchie zugeschrieben ist:  Die Ur-Heimat der Seraphim (Geister der All-Liebe), der Cherubim (Geister der Harmonien) und der Throne (Geister des Willens).

Von der Geistigen Schau her wurde das Tierreich im Zuge der Menschen-Schöpfung erschaffen und zwar in Verbindung mit der Geburt des Lichtes durch die Erzengel unter Mitwirkung der Cherubim. Die Cherubim wiederum werden in der christlichen Mythologie als Geflügelte Tierwesen beschrieben, die den Willen zur Erschaffung eines Planetensystems direkt von Gott bekommen haben. Sie sind der Ur-Keim des heutigen Tierreiches.

Sie können heute gleichzeitig für das weise Urteil im Menschen stehen, das ohne persönlichen Willen gesprochen wird.

 

Das Tier im Schamanismus

Zu alten Zeiten, als die Menschen noch in Stämmen lebten, von Geistführern gelenkt wurden, als das geistige Wissen von Frauen innerhalb des Stammes durch die Blutlinie weitergegeben wurde, waren alle Menschen noch sehend in der Geistigen Welt. Und zwar durch den Traum. Für den Menschen im vorchristlichen Stammesleben war das Einschlafen, das Erwachen in die Geistige Welt – so, wie für uns das Erwachen im Irdischen heute. Für sie war das irdische Leben Illusion (Maya). Das Geistige war die Realität (Manas). Das Ich des Menschen deswegen war rein kosmisch, also in der geistigen Welt beheimatet und wirkte stammesweise auf die Erde hinunter. Der Mensch hatte zwar ein individuelles Ich aber das war auf das Seelen-Erleben beschränkt, es konnte noch nicht, wie heute, von einem individuellen Geist durchwirkt und von ihm selbst weiter entwickelt werden. Es ist im Ansatz vergleichbar mit unserem heutigen irdischen Ich, dem Ego.

 

Deswegen war die Stammeszugehörigkeit so wichtig, weil dadurch auch das geistige höhere Ich des individuellen Stammes bewahrt werden konnte. Es wäre demnach ein Unding gewesen, wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Stämmen über das Blut zusammengekommen wären. Dieses Ich wird auch als Gruppenseele bezeichnet. Alle waren im Grunde mit diesem kosmischen Ich verbunden - insbesondere des Nachts -  aber nur die Geistführer waren durch ihre besondere Einweihung befähigt, dieses Ich auch tagsüber zu führen und weiter zu entwickeln.

 

In dieser Gegebenheit ist eine weitere innige Verbindung zum Tier zu sehen, insbesondere als Medizin und als individueller Geistführer.

Diese geistig seelische Verbindung ist bis heute geblieben und weckt, gerade zu besonderen Planeten-Konstellationen, eine innere Sehnsucht in uns nach Vervollkommnung und Seelen-Harmonie. Weckt aber auch auf der anderen Seite die Begierden und Triebe in uns. Das hängt damit zusammen, dass die Ich-Seelen der Tiere und die Ich-Seelen der Menschenstämme gleichermaßen in der Sternenwelt beheimatet waren. Heute begegnen wir den Tier-Gruppenseelen im Schlaf, im un-bewussten, selten noch bewussten Traum, wenn wir mit unserer Seele in der Sternenwelt wandern. Unser Ich heute jedoch ist ganz irdisch geworden und muss nun, im Lichte eines neuen individuellen menschlichen Bewusstseins, wieder geistig werden. Ein neues Ich entsteht. Mit diesem neuen bewussten Ich, werden wir eines sehr fernen Tages in der Lage sein, gleichermaßen bewusst im Schlaf wie auch im Tagesbewusstsein zu wirken.

 

Tierseele und Menschen-Ich

Im Verlauf der Zeit haben wir das geistige Sehen verloren, dafür haben wir immer mehr Bewusstsein zu uns selbst bekommen.

Gleichzeitig hat sich, durch ein besonderes Welten-Ereignis, das göttliche Seelen-Ich für die Menschheit sprichwörtlich in die Erde hinein gesenkt. Durch dieses Ereignis ist es möglich geworden, zu Erdenlebens-Zeiten als Mensch sich in das Geistig Kosmische hinein zu entwickeln. Das Kosmische, damit ist gemeint der Raum außerhalb der Erde ab ungefähr der Mondensphäre. Hier beginnen die höheren Ebenen der geistigen Welten. Dieses Ereignis des Welten-Geist-Ich durch den Christus Jesus feiern wir innerhalb des Rauhnachts-Zyklus als Weihnachts-Fest.

Der Zyklus der Rauhnächte beginnt also bei uns Menschen auf der Erde mit den Fischen in der Nacht nach dem Heiligen Abend und endet im Widder am 6. Januar - der Widder steht in der christlichen Mythologie für das Lamm. Es steht für höchste Licht direkt aus dem Heiligsten des Heiligsten - der Trinität des Gottes Vater, dem Sohn und des Heiligen Geistes.

An diesem Tag feiern im Besonderen die spirituellen Christen den Epiphania-Tag – die Taufe Jesu am Jordan durch den Eingeweihten Johannes und die damit verbundene Inkarnation des Christus, einer der hohen Führer damals der Elohim – dargestellt im Bild einer Taube, dem Heiligen Geist. Hier endet im Rauhnachtszyklus zugleich auch der Erkenntnisweg des Menschen im Bewusstsein zum eigenen individuellen kosmischen Ich. Der göttliche Funke wird zum Licht. Gleichzeitig steht es für den inneren Keim für ein neues Feuer in einem Neuen schöpferisches Jahr.

 

Wir haben uns also innerhalb von gut etwas mehr als zweitausend Jahren von der kosmischen Gruppenseele in das eigene Seelen-Ich-Bewusstsein hinein entwickelt, aus dem heraus sich, wie der Phönix aus der Asche – die für unsere Lebenserfahrungen und den Weltenschmerz steht, den wir Menschen zu tragen haben, jeder individuell – unser kosmisch geistiges Ich zu erwachen beginnt, das nun irdisch geworden war.

In dieser Entwicklung unseres Bewusstseins, überleben Bilder, wie die Geschichte von den zwei Wölfen. Eine Geschichte aus unserem früheren Stammesleben. Ein Wolf steht für den Schatten, ein Wolf für die lichte Seite.

Im Kontext der Gruppen-Seele ist das eine relativ überschaubare Sache, weil wir anderen Menschen - bei denen wir geistig sehen konnten, dass sie dazu fähig waren - die Führung überlassen haben und somit auch das Handling der Widersacher-Kräfte.

 

Im individuellen Ich heute jedoch hat sich dieses Bild geändert, denn mit dem Seelen-Bewusstsein, in das das irdische, wie auch unser geistiges Ich hineinwirken können, hat sich auch das Dunkle, die Widersacherkräfte an uns gebunden - bzw. ist dazu wesentlich leichter in der Lage.
In der Germanischen Stammes-Mythologie sehen wir das gut verkörpert in den beiden Wölfen Geri und Freki, die Odin begleiten. Sie haben beide sehr rauhe Eigenschaften, die aber keine seelische Bewertung im Sinne von Gut und Böse darstellen. Hier erkennt man auch den hintergründigen Sinn der Einweihung in das höchste Geistige auf Erden, der zu allen Zeiten stets ein sehr anstrengender Weg gewesen ist und nicht selten tödlich für den Einzuweihenden endete. Aber wenn er endete, dann immer im Lichte des Wahrhaftigen, Schöpferisch Guten.

 

Demnach müsste heute auch das Handling mit diesen Widersachern –  mit diesem dunklen Wolf –entsprechend angepasst werden.

Wir füttern zwar nach wie vor den weißen Wolf – das ist nämlich unsere Anbindung an die Geistige Welt. Der dunkle Wolf aber spiegelt unsere Sehnsüchte und den ungeheuerlichen Drang nach innerer Freiheit, der mit dem individuellen Bewusstsein Einzug gehalten hat.

Wir füttern ihn auch. Und zwar mit dem Licht unseres Ich-Erlebens, dass in uns aufleuchtet, wenn wir den weißen Wolf füttern. Denn, wir brauchen den dunklen Wolf, da er unser Seelen-Leben bewahrt und spiegelt, immer wieder auf's Neue–  unsere versteckten Ängste aus Kindheits-Tagen, unsere kleinen und größeren Lebens-Traumata, aber auch unsere unerfüllten geistigen Wünsche, nach wahrer Liebe, Anerkennung und schöpferischer Identität.

 

Nur an diesen kleinen und größeren Widersacher-Kräften können wir erstarken und uns auf ein zukünftiges reines kraftvolles Leben in der geistigen Welt vorbereiten. Schon heute können wir sie bemerken, die besonderen Kräfte und Wirkungen dieses Weges – der auch Jakobsweg genannt wird –, gerade auch in Verbindung mit der Sternenwelt und den Elemtar- und Astralkräften der Erde, mit denen wir in uns und auf der Welt einwirken können. Wir sind dann Schöpfer unserer ureigenen Handlungen in bedingungsloser Liebe und Hingabe an das lichte Leben.

Die Tiere begleiten uns nach wie vor - wie im irdischen Leben so auch im kosmischen. Das ist die Medizin. So wie die Steine Medizin sein können mit ihrem bewahrten Äonen-Geist-Wissen in sich. Die Pflanzen mit ihren ätherischen Kräften und den elementaren Wesenheiten, die in ihnen leben. Sie alle geleiten uns auf dem Erden-Weg hin zu jener geistigen Heimat, die immer schon unsere Heimat gewesen ist. Denn auch wir sind Geist-Wesen, in einer besonderen Form und auf einem besonderen Planeten. Mensch und Erde haben geistig gesehen dieselben Körper und tragen dasselbe kosmische Licht in sich.  

Dieses Licht beginnt immer heller zu leuchten, dann wenn die beiden Wölfe stehen bleiben vor jenem Seelen-Tor in uns, von wo aus wir alleine weitergehen um göttlicher Führer zu werden in unserem eigens dafür geschaffenen geistigen Reich. Wenn wir alleine und aus eigener Kraft und mit höheren Wesenheiten zusammen weiter arbeiten – an uns und unseresgleichen und an den Welten, in denen wir ewig leben werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Aktuelle Termine


NÄCHSTE AUFSTELLUNG

Termine folgen

NÄCHSTER OFFENER ABEND

Termine folgen

NÄCHSTER WORKSHOP:

Termine folgen

Veranstaltungen aktuell

Termine folgen